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Eigentlich mache ich ja gar nichts mit meinen Hunden

So oder so ähnlich denkt doch jeder mal über sich. Ich gerade auch. Ilse ist mit knapp über 8 Wochen im April bei mir eingezogen und bereichert unsere Familie. Tori findet sie super (glücklicherweise beruht das auf Gegenseitigkeit). Also kurze Spaziergänge mit Ilse und ein bisschen Welpenstunde. Dann kam leider die Kreuzband OP von Tori und die war leider nicht ohne. 3 Operationen in 2 Wochen, das bleibt auch mir als Hundemensch nicht in den Kleidern hängen. Und so heißt es seither, Ruhe halten, nicht viel machen. Also an Training ist auch nicht wirklich zu denken. Ich bin sicher, dass ich mit Kiara und Tori, als sie so klein waren, auch zu Hause viel mehr geübt habe. Die arme Ilse kommt da echt zu kurz.

Aber ist das wirklich so?

Wenn ich mal genauer drüber nachdenken, so lernt Ilse gerade doch eine ganze Menge:

Sie lernt Ruhe zu halten, denn zu Hause passiert gerade gar nichts.

Sie lernt Tierärzte und die Tierklinik kennen und findet beides großartig, kann man doch dort immer eine Streicheleinheit oder ein Leckerchen abstauben, obwohl man nichts tun muss.

Sie lernt sich zurückzunehmen, denn auch wenn Tori gern mit Ilse toben würde, so darf sie es einfach noch nicht und so müssen beide lernen, wir das Spielen auch ruhig geht. Also Schnäbeln im liegen oder einfach so im stehen funktioniert auch ganz prima.

Sie lernt Rückruf bei jedem kleinen Spaziergang, auch wenn Tori an der Leine bleiben muss, Ilse muss es ja nicht. Sie orientiert sich prima.

Sie lernt, dass man anderen Tieren nicht hinterher rennt, so haben wir heute beim Spaziergang z.B. einen Feldhasen weghoppeln gesehen. Ilse hat nur hinterhergeschaut und wurde dafür natürlich reichlich belohnt. Danach noch Rehe und auch noch Pferde. Auch hier wurde ruhiges Anschauen ausgiebig gelobt.

Ein bisschen Sitz und Platz und so machen wir in unserem Lieblingsverein natürlich auch, aber das ist momentan eher etwas zweitrangig.

Aber auch Tori lernt etwas:

Bisher war sie die "kleine Schwester", sie konnte sich an Kiara orientieren und das machte sie auch gern. Nun ist sie die "große Schwester". Sie ist es, an der sich Ilse orientert, wenn es um Hundesprache geht. Sie stellt ihre Regeln im Haushalt auf und macht das sehr freundlich, aber auch deutlich genug, um verstanden zu werden.

Tori lernt auszuhalten, dass Ilse deutlich langsamer frisst und weiß, dass sie nicht einfach aus Ilses Napf fressen darf, nur weil ihrer schon leer ist.


Ihr seht also, Hunde lernen immer und ständig, auch wenn es vielleicht nicht die offensichtlichen Dinge, wie Sitz, Platz, Bleib o.ä. sind. Es sind sogar die viel wichtigeren Dinge des Lebens, die meine Hunde derzeit lernen.


Wenn ihr also glaubt, ihr macht zu wenig mit euren Hunden. Wenn ihr also glaubt, eure Hunde lernen zu wenig. Denkt mal ganz genau darüber nach, was ihr so täglich mit euren Hunden macht und ob es nicht doch ganz schön viel ist, was sie so lernen und können.


In diesem Sinne eine schöne Zeit

Eure Andrea


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